Rheumatische Erkrankungen - Unsere Therapien

Wir haben uns in den letzten Jahren zusammen mit den Universitäten Harvard und Pittsburgh intensiv um eine ursächlichere Behandlung der Rheumatoide Arthritis bemüht. Dabei zeigt sich, dass die von uns initiierte Gentherapie noch nicht zur Behandlung der rheumatiden Arthritis empfohlen werden kann, da es noch weitere langdauernde klinische Untersuchungen benötigt, bevor dieser Ansatz therapeutisch nutzbar ist.
Allerdings hat die Therapie mit sog. Exosomen einen neuen Weg für eine bessere Behandlung eröffnet. Dabei werden körpereigene Partikel (sog. Exosomen) in die erkrankten Gelenke injiziert.
Die Therapie hat sich bei schlechtem Ansprechen einer Basistherapie sehr bewährt. Auch kann in vielen Fällen eine Dosisverminderung der Basistherapie mit weniger Nebenwirkungen erreicht werden. Durch diesen neuartigen, nebenwirkungsarmen Therapieansatz soll für unsere Patienten ein Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität geleistet werden und Bewegung wieder Spass machen.
Leben mit Rheumatoider Arthritis
Für Patienten mit Rheumatoide Arthritis ist eine körperliche Aktivität angepasst an die jeweilige Situation sinnvoll. Die Zusammenarbeit mit Physiotherapeuten ist sehr wichtig.
Bei geschwollenen und entzündeten Gelenken z. B. bei einem akuten Schub sollte Ruhe eingehalten werden. Hingegen sind bei besserem Wohlbefinden Aerobic, Walken oder muskelkräftigende Übungen zu empfehlen.
Die Diagnose Rheumatoide Arthritis und die Veränderung der Lebenssituation können auch zu psychischen Beeinträchtigungen führen. Eine enge Zusammenarbeit mit psychotherapeutischen Spezialisten kann für einen Patienten mit Rheumatoide Arthritis nützlich sein.
Wissenswertes zu Rheumatoider Arthritis
Alle aufklappen / Alle zuklappen
-
Was ist Rheumatoide Arthritis?
-
Die rheumatoide Arthritis ist die häufigste und bekannteste der entzündlichen rheumatischen Gelenkerkrankungen. Etwa 0,5 % der Bevölkerung in Deutschland leiden darunter.
Es können Menschen aller Altersgruppen erkranken. Meistens beginnt die Erkrankung zwischen 35 und 45 Jahren. Frauen sind ca. 3x häufiger betroffen als Männer. Wenn Kinder oder Jugendliche eine Rheumatoide Arthritis bekommen, nennt man die Erkrankung Juvenile idiopathische Arthritis.
Die rheumatoide Arthritis ist eine chronische durch Veränderungen des Immunsystems ausgelöste Erkrankung, die stark die Gelenke betrifft und häufig mit Schmerzen in den kleinen Fingern und Zehengelenken beginnt. Prinzipiell können aber alle Gelenke des Körpers betroffen sein. Sehr typisch ist eine Morgensteifigkeit in den Gelenken, die im Laufe des Tages nachlässt. Begleitende Symptome können sein:
- Kraftlosigkeit
- Appetitverlust
- Rheumaknoten
- Geringradige Temperaturerhöhung
-
Wie entsteht Rheumatoide Arthritis?
-
Die genaue Ursache ist unbekannt. Es spielen sowohl genetische Faktoren als auch Veränderungen des Immunsystems eine Rolle. Bestimmte Zellen des Immunsystems können gesunde Gelenke angreifen. Fehlgesteuerte Immunzellen wandern in das betroffene Gelenk und produzieren entzündungsfördernde Botenstoffe, sogenannte Zytokine. Hierdurch kommt es zu Schwellungen und Zerstörung des Knorpels und der Knochen.
-
Wie wird die Diagnose gestellt?
-
Die Diagnose ist nicht immer einfach zu stellen. Häufig zeigen sich nur unspezifische Symptome, wie z.B. Morgensteifigkeit der Gelenke. Neben einer körperlichen Untersuchung, bei der Gelenkveränderungen, Schwellungen oder Gelenkschmerzen festgestellt werden, gibt es weitere diagnostische Möglichkeiten wie:
- Rheumafaktor ? ein Antikörper, der in 80% der Fälle positiv ist (seropositives Rheuma)
- Antikörper gegen Citrullin (CCP)
- Anämie (Absinken des roten Blutfarbstoffes)
- Erhöhte Blutsenkung und/oder CRP Erhöhung
- Rheumagentest
- Röntgendiagnostik
Die endgültige Diagnose wird aus der Gesamtheit der Befunde gestellt. Es gibt keinen einzelnen Test, der die Diagnose beweist.
-
Wie ist die Standardtherapie der Rheumatoide Arthritis?
-
Da es zur Zeit keine Heilung gibt, zielt die Therapie darauf ab, die Symptome gering zu halten. Außerdem sollte eine Behandlung so früh wie möglich begonnen werden, damit ein massives Fortschreiten der Gelenkzerstörung vermieden wird. Die Behandlung erfolgt während der akuten Schübe mit nichtsteroidalen Antirheumatika (z.b. Diclofenac) oder steroidalen Antirheumatica (Cortison).
Als Dauertherapie kommen sogenannte Disease Modifying Antirheumatic Drugs kurz: DMARDs zum Einsatz (z.B. Metotrexat, Cyclosporin, Azaththioprin u.a.).
Neuere Medikamente, sog. Biologicals (z.B. Anti-TNF), werden zunehmend eingesetzt. Aufgrund ihrer hohen Kosten und häufig das Abwehrsytem beeinflussenden Nebenwirkungen kommen diese Medikamente erst dann zum Einsatz, wenn die anderen Wirkstoffe nicht mehr helfen, oder wegen starker Nebenwirkungen abgesetzt werden müssen. Die meisten Patienten profitieren erheblich von zusätzlicher physikalischer Therapie. Stark deformierte Gelenke müssen teilweise operativ versorgt werden.

